Blutbuch

Kim de l'Horizon

Blutbuch

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2022 und dem Schweizer Buchpreis 2022

336 Seiten, Gebunden mit Lesebändchen

Erscheinungstag: 19.07.2022
ISBN 978-3-8321-8208-3

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Eine Lektüre, die an der Körperwahrnehmung und an den eigenen Gewissheiten rüttelt

Ausgezeichnet 2022 mit dem Deutschen Buchpreis und dem Schweizer Buchpreis sowie dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung.

Die Erzählfigur in ›Blutbuch‹ identifiziert sich weder als Mann noch als Frau. Aufgewachsen in einem schäbigen Schweizer Vorort, lebt sie mittlerweile in Zürich, ist den engen Strukturen der Herkunft entkommen und fühlt sich im nonbinären Körper und in der eigenen Sexualität wohl. Doch dann erkrankt die Großmutter an Demenz, und das Ich beginnt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen: Warum sind da nur bruchstückhafte Erinnerungen an die eigene Kindheit? Wieso vermag sich die Großmutter kaum von ihrer früh verstorbenen Schwester abzugrenzen? Und was geschah mit der Großtante, die als junge Frau verschwand? Die Erzählfigur stemmt sich gegen die Schweigekultur der Mütter und forscht nach der nicht tradierten weiblichen Blutslinie.

Dieser Roman ist ein stilistisch und formal einzigartiger Befreiungsakt von den Dingen, die wir ungefragt weitertragen: Geschlechter, Traumata, Klassenzugehörigkeiten. Kim de l’Horizon macht sich auf die Suche nach anderen Arten von Wissen und Überlieferung, Erzählen und Ichwerdung, unterspült dabei die linearen Formen der Familienerzählung und nähert sich einer flüssigen und strömenden Art des Schreibens, die nicht festlegt, sondern öffnet.

Stimmen zum Buch

»Kim de l`Horizon hat mit ›Blutbuch‹ etwas eingelöst, das zu den großen Versprechen der Literatur gehört, ein neues Sternbild für alte Muster und erstarrte Positionen.«
Jurybegründung Jürgen Ponto-Preis 2022

»Sehr subtil und sehr poetisch wird hier von der fortgeschriebenen Erfahrung der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern erzählt, davon, wie Menschen ineinander wurzeln.«
Elena Witzeck, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»Kim de l’Horizon macht das Murmeln von Körpergeschichten zu einem grandiosen Roman.«
Paul Jandl. NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

»Man [kann] nur staunen über die literarische Meisterschaft, die de l’Horizon entfaltet«.
Florian Eichel, DIE ZEIT

»Kim de l'Horizon ist eine wichtige Stimme für eine neue Art des Schreibens. […] Die Nominierungen für den Schweizer und den Deutschen Buchpreis sind hochverdient.«
Nora Zukker, TAGES-ANZEIGER

»In Kim de l'Horizons ›Blutbuch‹ wird die Sprache so fluide, wie es Körper und Identitäten sind: Es reißt einen mit in seinem Strom.«
Egbert Tholl, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Ein sehr gut geschriebenes Buch […] auf der absoluten Höhe der Diskurse.«
Ijoma Mangold, DIE ZEIT-PODCAST DIE SOGENANNTE GEGENWART

»Durch die Zuerkennung des Deutschen Buchpreises wurde aus der Schweizer Autorenpersönlichkeit Kim de l’Horizon die Figur der Stunde: die Avantgarde des Widerstands gegen vorschnelle Zuschreibung.«
Ronald Pohl, DER STANDARD

»Geschlechterstereotype? Die lässt dieses Debüt einfach komplett hinter sich. […] Es ist eine virtuose Reise, auf die man sich begibt, untermalt von Sätzen, mit denen de l’Horizon ein eigenes Universum heraufbeschwört und mich nachhaltig begeistert hat.«
Imke Weiter, EMOTION

»Ich habe Blutbuch mit Genuss gelesen, der Text ist wahnsinnig gut.«
Dominic Bretscher, DIE ZEIT

»Die Wunden, an die ›Blutbuch‹ rührt, finden in der magischen Praxis dieses literarischen Hexenkessels Ausdruck und Heilung. Man oder ›mensch‹, wie es darin konsequent heißt, blickt danach anders auf die Welt.«
Stefan Kister, STUTTGARTER ZEITUNG

»Kim de l‘Horizon ist eine ungemein sprachmächtige Person, die fantastisch formuliert.«
Daniel Arnet, BLICK

»Kim de l'Horizon hat den Buchpreis bekommen und alles daran ist fantastisch. […] Kim de l'Horizons Buch ist eben kein ideologisches Pamphlet, es ist eine Geschichte über die Suche nach der Sprache für die eigene Identität, eine Geschichte des Ich-Werdens und -Seins.«
Anna Schneider, DIE WELT

»Es hat etwas Heilsames das ›Blutbuch‹ zu lesen, denn es erinnert daran, dass Scham die genaueste Kraft der Erinnerung ist.«
Corinne Orlowski, WDR

»Berührend und klug!«
Andrea Braunsteiner, WOMAN

»Besonders die Annäherung an die Grossmutter, die an Demenz leidet, gehört zum Behutsamsten und Zärtlichsten, was die Literatur der Schweiz zu bieten hat. […] Ein bemerkenswert dichter und tiefgründiger Erstling!«
Julian Schütt, ST. GALLER TAGBLATT

»Eine echte Entdeckung«
Thomas Andre, HAMBURGER ABENDBLATT

»Ein berührendes, literarisch opulentes, äußerst faszinierendes Buch!«
Stephanie Metzger, BAYERISCHER RUNDFUNK

»Fest steht, dass de l’Horizons Debütroman ›Blutbuch‹ […] eine aufregend neue Art des queeren Erzählens einläutet […]. Literarisch raffiniert und auf hohem Reflexionsniveau.«
Anja Kümmel, SIEGESSÄULE

»So eine tiefe Geschichte mit einer traumhaften Sprache. Ich bin restlos begeistert.«
Jessica Bradley, FR.DE

»›Blutbuch‹ ist ein erstaunliches Debüt, das beglückt und verstört, amüsiert und schockiert, die eigene Wahrnehmung auf den Kopf stellt, manchmal auch ratlos zurücklässt.«
Anja Kümmel, SISSY MAG

»›Blutbuch‹ überrascht und verblüfft mehr als 300 Seiten hindurch stets aufs Neue durch die Wandlungsfähigkeit der Sprache, das Spiel mit Formen und Textflüssen und vor allem durch die kluge und witzige Erzählweise, die am Ende alle scheinbar widersprüchlichen Bausteine zu einem großen, eindrucksvollen Und arrangiert.«
Judith Hoffmann, Ö1 KULTUR AKTUELL

»Hänge nur noch mit diesem Buch rum. Es ist nicht wie eines, das man verschlingt. Vielmehr verschlingt es mich. Was für eine Wortgewalt. Wenn’s durch ist, beginne ich von vorn.«
Cordelia Röders-Arnold, EINHORN

»Es ist ein zartes, nachdenkliches Buch im ersten Teil. Ein klug forschendes Buch im Mittelteil. Und ein fantastisches Buch im letzten!«
Bettina Steiner, DIE PRESSE

»Was für ein literarischer Hochgenuss, Ritt und Hexenwerk! […]Dieser Roman sprengt die Rahmen konventioneller Erzählweisen und Sprache. Harte explizite selbstzerstörische fließen in überbordende lyrische Passagen. Ein Text, der Wurzeln treibt und niemanden unberührt lassen wird. Ich war von der ersten Seite begeistert, Jahreshighlight, gar Lebensbuch.«
Daniel Schmelhaus, DIEK_AISERIN

Kim de l'Horizon

KIM DE L’HORIZON, geboren 2666 auf Gethen. Vor ›Blutbuch‹ versuchte Kim mit Nachwuchspreisen attention zu erringen – u. a. mit dem Textstreich-Wettbewerb für ungeschriebene Lyrik und dem Damenprozessor. Heute hat Kim genug vom »ICH«, studiert Hexerei bei Starhawk und textet kollektiv im Magazin DELIRIUM. ›Blutbuch‹ wurde 2022 mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung sowie dem Deutschen Buchpreis und dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet.

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