Gesucht: Wörter, die es nicht auf Hochdeutsch gibt

01.08.2018
Gesucht: Wörter, die es nicht auf Hochdeutsch gibt

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

einige von Ihnen kennen bestimmt das schöne Buch Lost in Translation, das letztes Jahr bei DuMont erschienen ist - eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus aller Welt. Ich arbeite an einem Projekt, das sich locker daran anlehnt: ein illustriertes Buch zum Thema Wörter, die es nicht auf Hochdeutsch gibt, das nächstes Jahr bei DuMont erscheinen soll, mit Bildern von Nikolaus Heidelbach. Schon seit Monaten sammle ich dafür schöne Wörter aus deutschen, österreichischen und schweizerische Varianten des Deutschen, und zwar Begriffe, die KEINE hochdeutsche Entsprechung haben und damit im Idealfall Lücken im deutschen Wortschatz füllen.

Ein paar Beispiele aus meiner aktuellen Liste:

Der Adabei ist ein besonders gemeines österreichisches Wort für einen aufdringlichen Menschen, der immer und überall auftaucht, weil er "auch dabei" sein will; es handelt sich um einen entfernten Verwandten des C-Promis.

Das Labörchen (aus unklaren Gründen Lapp-Öhrchen ausgesprochen) stammt aus Köln, ein charmanter Euphemismus für den kleinen schwarzen Nebenjob, der das entspannte Verhältnis der Kölner zum Gesetz hübsch illustriert.

Schnäderfrässig heißt in der Schweiz jemand, der beim Essen besonders wählerisch und mäkelig ist (solche Leute existieren zwar überall in steigender Zahl, aber es gibt nur Dialektausdrücke dafür, kein hochdeutsches Wort).

Fadisieren kommt von fade; es heißt auf Österreichisch aber nicht etwa "etwas besonders Langweiliges tun", sondern "lustvoll und gezielt den Zustand der Langeweile zelebrieren", eine sehr erfreuliche Aktivität.

Ein Tröstelbier bekommt man im plattdeutschen Sprachraum nach der Beerdigung angeboten, da fühlt man sich doch gleich besser.  

Und so weiter und so fort; die Dialekte und Lokalidiome des Deutschen sind voller wunderbarer Wortschätze. Inzwischen habe ich schon Dutzende witziger und wunderlicher Wörter beisammen, aber es können und sollten ruhig noch mehr werden.

Daher meine Bitte: Wer schöne, nützliche, lustige Begriffe aus bestimmten Gegenden Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz kennt, die man NICHT ins Hochdeutsche übersetzen, sondern nur umschreiben kann, möge sie mir bitte schicken! Und wenn Ihnen nicht sofort etwas einfällt: Macht nichts, ich sammle noch bis Ende August 2018. Besonders prachtvoll glitzernde Wortjuwelen werden auch noch bis Ende September entgegengenommen. ;-) Toll wäre es, wenn ich die Wörter möglichst mit einem Beispielsatz bekommen könnte; so ist am leichtesten zu verstehen, wie der Begriff verwendet wird. Vorschläge - bitte an vertrieb@dumont-buchverlag.de – Dankeschön!!

Ich freue mich schon sehr auf schöne Wörter und sage tausend Dank im Voraus! Tschüs, Pfiati, Ade, Servus, Ciao,

   Sofia Blind