Velázquez

Martin Warnke

Velázquez

Form & Reform

176 Seiten , 70 farbige Abbildungen, 20 s/w Abbildungen
Erscheinungstag: 13.09.2005
ISBN 978-3-8321-7642-6

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Seit Edouard Manet Velázquez’ Malkunst als eine Vorwegnahme der impressionistischen Sehweise entdeckte, gilt die Bewunderung des großen Publikums dem Malergenie, dem es wie keinem anderen gelang, das Sichtbare in den Farben und Formen seiner Bilder zu fassen. Der manchmal ins Schwärmerische abgleitenden Kunstbetrachtung ebenso zu begegnen wie den Verstrickungen des modernen kunsthistorischen Ratemarathons mit dem Ziel, die komplexen Bildthemen des Velázquez endgültiger Klärung zuzuführen, ist die schwierige Aufgabe eines neuen Blicks auf den geschichtlichen Velázquez.

Martin Warnkes konzentrierte Studie schildert aus genauester Kenntnis der Quellen- und Forschungslage die wichtigsten Lebensstationen des bedeutendsten Malers Spaniens und würdigt durch Beschreibungen der Hauptwerke in höchster sprachlicher Dichte das Werk des Malers, ohne dass je die konsequent verfolgte Fragestellung vernachlässigt würde, die Ausgangspunkt dieser Studie ist: Wie war es möglich, dass ein Künstler, der in seiner Geburtsstadt Sevilla vor allem als Gassen- und Küchenmaler bekannt geworden war, an den hochkultivierten Hof König Philipp IV. berufen wurde und dort sein Leben verbrachte? In einem krisengeschüttelten Spanien – so die These – hatte sich im Zuge rigider Spar- und Reformanstrengungen der Hof ein neues, geradezu asketisches Image zugelegt, dem der realistische Stil des Velázquez gut entsprach. Seiner Kunst kam ein Erziehungsauftrag zu, dem der Maler mit wandelnden Themen und malerischen Mitteln zu genügen suchte.

Stimmen zum Buch

„Undogmatisch, quellengesättigt, mühelos elegant: Das große Werk des Emeritus Warnke über das Malerleben des Velázquez im 17. Jahrhundert."
DIE ZEIT - Bestenliste

„Warnke ist schon lange ein Apologet künstlerischer Freiheit bei Hofe und hat damit die Geschichte der Kunst in einem ihrer zentralen Bereiche von hinderlichen Ideologemen befreit. Sein Velázquez zieht noch einmal die Summe; in einer Haltung und Sprache, wie sie erst die Unabhängigkeit von akademischer Form freizusetzen vermag: in sprezzatura des Emeritus eben."
DIE ZEIT

„Eine brillante neue Studie (…). In einer dichten, mit kriminalistischer Genauigkeit von den Werken aus argumentierenden Analyse zeigt Warnke, welche Rolle Velázquez (…) zukam. Wobei es unbedingt zu den Vorzügen von Warnkes erstaunlich kompakt geratenem Band gehört, dass er auch fachfremde Velázquezbewunderer nicht verschreckt: Die literarische Art, in der schlaglichtartig Sachverhalte (…) beschrieben werden oder auch der untergründige Humor in der Aufbereitung der ideologischen Volten des frühen 17. Jahrhunderts verhalten sich selbst wie ein Beleg zu der These, dass die Form vom Inhalt bestimmt wird und dass Strenge zugleich leicht aussehen kann."
FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

„Der Kunsthistoriker Martin Warnke hat in seiner eindringlichen Studie über den spanischen Maler Velázquez dessen Ringen um eine Formensprache am spanischen Hofe untersucht, wo der Phantasie auf der Leinwand Grenzen gesetzt waren."
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG Literaturbeilage

„Am Ende dieser detailreichen Hof- und Bilderstudie steht das Bild eines Malers, der die Anforderungen seiner Zeit wie kein zweiter in Porträts übersetzte (…)."
DIE WELT