Steine der Erinnerung

Kate O'Riordan

Steine der Erinnerung

Roman

416 Seiten , Originaltitel: The Memory Stones
Erstmals im Taschenbuch
Erscheinungstag: 01.10.2010
ISBN 978-3-8321-6123-1

Übersetzung: Sabine Hedinger i

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»Das Leben, wie es ist – und nicht, wie wir es gerne hätten.« Fay Weldon

Nach über dreißig Jahren kehrt Nell Hennessy in ihre irische Heimat zurück. Ihre Familie braucht Hilfe. Kate O’Riordan verstrickt uns in den Kummer und die unentrinnbaren Zwänge der Generationen. Dabei durchleuchtet sie so zärtlich wie scharfsichtig den dunklen Gefühlsgrund der Bande zwischen Müttern und Töchtern.

Kate O'Riordan

In ihrem Londoner Zuhause erzählt Kate O’Riordan, dass sie eigentlich fest entschlossen gewesen sei, ihren neuen Roman ›Steine der Erinnerung‹ endlich einmal in Cornwall und nicht im irischen West Cork spielen zu lassen. »Aber wie all meine anderen Romane, spielt auch dieser in Irland. Ein Psychiater würde vermutlich nicht viel Zeit brauchen, um herauszufinden, wie zerrissen ich bin – meine Vergangenheit dort in Irland und meine Gegenwart nun hier in London.« Geboren in Bantry in West Cork, wuchs die heute dreiundvierzigjährige Kate O’Riordan über dem Metzgerladen ihres Vaters auf. In den achtziger Jahren zog sie nach London. »Damals wurden wir wirklich zum Weggehen erzogen, das war so. Komme ich heute nach Hause, scheint sich seltsamerweise das Gegenteil bewahrheitet zu haben: Ich sehe die vielen jungen Menschen in Bars und Cafés, die so zufrieden und wohlhabend sind. Das Leben war wirklich viel karger in meiner Jugend.« Diese Erfahrung spiegelt sich in ›Steine der Erinnerung‹ wider, als die so fesselnd selbstgenügsame Hauptfigur Nell nach dreißigjähriger Abwesenheit aus Paris nach Hause, nach Cork kommt. Kate O’Riordan gesteht vergnügt, dass sie Passagen aus ihrem eigenen Leben und dem der Menschen um sie herum für ihre Bücher herauspickt: »Alle Schriftsteller sind Geier.« So hat das Pariser Leben von Nell Hennesey das Leben ihrer Schwester zum Vorbild, und auch das geheimnisvolle Drama, das Nell nach Hause zieht, beruht auf Tatsachen: »Ein Freund, dessen Sohn ein alternatives Leben in Cornwall führte, bekam nachts um zwei einen Anruf, der Sohn sei in schrecklicher Gefahr. Er wurde von einem Mann bedroht, der sich in seine Wohngemeinschaft eingeschlichen hatte. Glücklicherweise ist die Geschichte gut ausgegangen, und ich habe davon profitiert, weil ich eine Story für meinen Roman gefunden habe.« Die regelmäßigen Reisen nach Hause, nach West Cork, zusammen mit den beiden Kindern – Jack, fünfzehn und Jess, acht – werden dadurch erleichtert, dass Kate O’Riordans Ehemann auch aus Irland stammt. »Um die fünf Mal im Jahr reden wir ernsthaft davon zurückzukehren, besonders zu Weihnachten und im August. Es ist schwierig zurückzufliegen, während einer dieser seltenen sonnigen Sommertage.« Die Dinge laufen gut für Kate O’Riordan in London. Ihre Romane haben literarische Preise gewonnen, sie hat Zustimmung bei der Kritik gefunden und schreibt für das Fernsehen. »Manchmal fühle ich mich gar nicht wie eine Schriftstellerin, denn ich kann nicht mit dem Schreiben anfangen, bevor ich einen aufgeräumten Platz gefunden habe. Wenn ich andere Schriftsteller besuche, dann kann ich hinter Bücherstapeln kaum ihren Computer erkennen. Das ist bei mir nicht so, ich muss sogar die Waschmaschine ausschalten, bevor ich loslegen kann.« Kate O’Riordan wurde 1961 in West Cork, Irland geboren und lebt in London. Sie ist Bühnen- und Filmautorin und wurde für ihre Romane vielfach ausgezeichnet. Mit ›Steine der Erinnerung‹ legt Kate O’Riordan ihren vierten Roman vor.