Der himmelblaue Speck

Vladimir Sorokin

Der himmelblaue Speck

Roman

380 Seiten Erscheinungstag: 28.08.2000
ISBN 978-3-8321-4881-2

Übersetzung: Dorothea Trottenberg iDorothea Trottenberg übersetzte Klassiker wie Gogols ›Nase‹ oder Tolstojs ›Krieg und Frieden‹ neu. Zudem übertrug sie die Werke zahlreicher moderner russischer Autoren wie Vladimir Sorokin, Maria Rybakova, Boris Akunin und Iwan Bunin ins Deutsche.

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„Die Angelegenheit Sorokin ist in erster Linie eine strafrechtliche und erst in zweiter Linie eine literarische Frage. Wenn der Autor krank ist, dann soll er sich behandeln lassen. Ist er gesund, dann soll er für seine Schmiererei vor Gericht gestellt werden. Ich hoffe, dass unsere Gesellschaft kulturell irgendwann dazu heranreift, in der Literatur eine normale polizeiliche Ordnung zu schaffen." LITERATURZEITSCHRIFT OKTJABR (1999)

Sibirien im Jahr 2068. Das Russland des 21. Jahrhunderts steht unter chinesischer Vorherrschaft. In einem Genlabor in Sibirien machen russische Wissenschaftler Experimente mit den Klonen der berühmten klassischen Autoren: Dostojewski, Tolstoi, Tschechow, Achmatowa, Nabokow. Auf diese Weise soll der himmelblaue Speck gewonnen werden, ein Stoff, der sich während des Schreibens im Körper der Klone bildet und zur Energiegewinnung wie auch als Droge dienen soll. Mit einer Zeitmaschine wird der himmelblaue Speck in ein fiktives Stalinsches Moskau des Jahres 1954 geschickt, um den Lauf der Geschichte zu ändern.

In einem großen karnevalistischen Defilee ziehen die russischen Machthaber und Geistesgrößen des vorigen Jahrhunderts noch einmal vorbei. In Stalins Archipel LOVElag sind das totalitäre und das heutige Moskau ineinander gebildet, Stalin und Chruschtschow lenken ihr Flugzeug nach Deutschland, die Zeitreise geht in ihr Finale.

„Der Himmelblaue Speck" ist eine parodistische Monstervision, an deren Tabuverletzungen sich in Russland die Geister scheiden.

„Ein Kultbuch" und „Fazit einer Epoche", schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung
zur russischen Ausgabe.

Vladimir Sorokin

Vladimir Sorokin wurde 1955 in Moskau geboren. Nach einem Ingenieurstudium der Petrochemie und Gasindustrie arbeitete er als Buchillustrator. Erste literarische Anerkennung erlebte Sorokin, eigentlich von der Malerei fasziniert, Mitte der 70er Jahre im Künstler-Untergrund, im inoffiziellen Kreis der Moskauer Konzeptualisten. Sorokins Werke beginnen oft idyllisch, um mit Mord und Totschlag zu enden. Ein Leitmotiv Sorokins ist die Auseinandersetzung mit dem deutschen und sowjetischen Totalitarismus. Bekannt wurde Sorokin mit dem Roman „Die Schlange", der in Paris von Andrej Sinjavskij in Russisch verlegt und in zehn Sprachen übersetzt wurde. Sorokin war mehrmals zu Gast in Deutschland, vor allem in Berlin, wo er Stipendiat des DAAD, Gast des Literarischen Colloquiums und Gastdozent der Samuel-Fischer-Gastprofessur für Literatur war. Er lebt in Moskau.