Jardin des Plantes

Claude Simon

Jardin des Plantes

Roman

368 Seiten , Originalverlag: Editions de Minuit, Originaltitel: Le Jardin des Plantes
Erscheinungstag: 28.08.1998
ISBN 978-3-8321-4466-1

Übersetzung: Eva Moldenhauer iEva Moldenhauer wurde 1934 in Frankfurt am Main geboren, wo sie heute noch lebt. Neben dem Werk von Claude Simon übersetzte sie aus dem Französischen u. a. Claude Lévi-Strauss, Jean-Paul Sartre, Agota Kristof, Jorge Semprun, Julien Green und Emanuel Lévinas.

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Der Jardin des Plantes ist eine klassische Pariser Gartenanlage, in deren Nähe Claude Simon im Sommer wohnt, deren Alleen er beinahe täglich abläuft. Ein Ort nach geometrischem Plan, der umgeben von botanischen und zoologischen Gärten und Museen die Vielfalt der Natur erinnert, pflegt und zähmt. Erinnerung und Wiedererzählung von Ereignissen der Lebensgeschichte prägen das Romanwerk von Claude Simon. Jardin des Plantes ist das Portrait eines Gedächtnisses entlang der Geschichte unseres Jahrhunderts. Der Leser von Jardin des Plantes begibt sich hinein in einen Roman, auf dessen ersten Seiten er sich wie in einem künstlichen Garten bewegt - zwischen quadratischen oder rechteckigen Prosablöcken und Bändern, in einem Garten der Sprache und des Gedächtnisses mit der Fülle der Themen, der Leitmotive und Sprachtöne, die Claude Simons monumentales Romanwerk seit jeher bewegen: seine Herkunft aus dem Süden, Paris während der Besatzungszeit, Reisen in alle Himmelsrichtungen, vor allem nach Rußland, seine Arbeitszimmer, die Lieblingsautoren, voran Proust, der Prozeß gegen den Dichter Brodsky oder Momente aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Claude Simons literarisches Gedächtnisportrait arbeitet mit den Tagebüchern Rommels, den Memoiren Churchills und dem Kriegstagebuch seines Regiments. Im Zentrum stehen der Krieg und die Empfindung angesichts des Todes, das Überleben des versprengten Kavalleristen auf jener Straße von Flandern, als nur noch zwei Reiter blieben, »darunter ich, und das war’s«.

Dieser existentielle Augenblick und seine Wiederholung hat einen der größten Schriftsteller dieses Jahrhunderts hervorgebracht, »eine literarische Existenz von großer saturnischer Kraft« (Ulrich Raulff, Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Stimmen zum Buch

Wie groß und faszinierend ist die Welt, wenn ein Dichter wie Claude Simon sie mit seinem Schreiben sieht.«

Gerda Zeltner, Neue Zürcher Zeitung

Claude Simon

Claude Simon wurde 1913 auf Madagaskar geboren, lebte in Paris und im südfranzösischen Roussillon. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem „Prix de l’Express“ (für „Die Straße in Flandern“), dem „Prix Médicis" (für „Geschichte“) und dem „Grand-croix de l’ordre national du Mérite". 1985 erhielt er den Literaturnobelpreis. Claude Simon starb 2005 in Paris. Veröffentlichungen (Auswahl) Le vent (1957), dt. Der Wind (DuMont 2001) L’herbe (1958), dt. Das Gras (DuMont 2005) La route des Flandres (1960), dt. Die Straße in Flandern (DuMont 2003) Le palace (1962), dt. Der Palast (DuMont 2006) Histoire (1967), dt. Geschichte (DuMont 1999) La bataille de Pharsale (1969), dt. Die Schlacht bei Pharsalos (1972) Les corps conducteurs (1971), dt. Die Leitkörper (1974) Triptyque (1973), dt. Triptychon (1986) Leçon des choses (1975), dt. Anschauungsunterricht (1986) Les Géorgiques (1981) dt. Georgica (1992) La chevelure de Bérenice (1983), dt. Das Haar der Berenike (DuMont 2006) L’acacia (1989), dt. Die Akazie (1989) Le jardin de plantes (1997), dt. Jardin des Plantes (DuMont 1998) Le Tramway (2001), dt. Die Trambahn (DuMont 2002)