Kaiserstraße

Judith Kuckart

Kaiserstraße

Roman

317 Seiten Erscheinungstag: 03.03.2006
ISBN 978-3-8321-7956-4

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„Es gibt wenige deutsche Autorinnen, die sich an Sinnfragen so zielsicher heranzuschreiben wissen wie Judith Kuckart." DIE ZEIT

Als Leo Böwe im Spätherbst 1957 durch die Frankfurter Kaiserstraße geht, hört er vom Mord an der Edelprostituierten Rosemarie Nitribitt. Der Name setzt sich in seinem Kopf fest wie der Name einer Geliebten, der er nie begegnet ist. Böwe ist im Begriff, eine Stelle als Vertreter für Waschmaschinen anzutreten, er lernt die Regeln des Geschäfts: „Der Verkauf beginnt, wenn der Käufer Nein sagt."
Zehn Jahre später hat Böwe eine Tochter, Jule, die beiden haben es nicht leicht miteinander. Als Jule im Fernsehen den erschossenen Benno Ohnesorg sieht, beschließt sie: „Papi, wenn ich groß bin, erschieße ich dich auch."

Durch fünf Jahrzehnte begleitet Judith Kuckarts großer Roman das Leben von Leo und Jule Böwe. „Kaiserstraße" ist ein Fotoalbum in Worten, in fünf Stationen verfolgt es die Entwicklung zweier gegensätzlicher Helden und markiert zugleich fünf Wendepunkte in der Geschichte der Republik: 1957, 1967, 1977, 1989, 1999. Und wie das Land sich verändert, verändern sich auch seine Bewohner. Es ist eine brüchige Karriere – denn verkaufen lässt sich vieles, Waschmaschinen ebenso wie Ideen, Werte und Politik. Verkaufen kann man am Ende auch sich selbst.

Stimmen zum Buch

„'Kaiserstraße' ist ein beglückendes und unperfektes Buch. Ein bisschen ist es wie seine Heldin Jule: klug, spröde, liebenswert."
KULTURSPIEGEL

„So unsentimental betörend wie Judith Kuckart erzählt gegenwärtig niemand von der Droge Sehnsucht - und ihren verheerenden Nebenwirkungen."
DEUTSCHLANDRADIO

„Kuckart bricht Chronologien, holt Geschichten nach, wechselt Blickrichtungen, Tempi virtuos. Sie umkreist immer wieder Bilder und Sätze, die nicht nur ins Mark treffen, sondern unter den Füßen der Figuren Räume aufreißen und die Wahrheit, die Bewußtseinswelt begreifbar machen, in der zumindest jene leben, die in der alten Bundesrepublik aufwuchsen."
DIE WELT

„Mit Mut zu zeitlichen Sprüngen, mit dem Geschick, Zeit zu raffen oder für einen Moment einzufrieren, ist Judith Kuckarts Roman ein erster Höhepunkt der deutschen Literatur in diesem Frühjahr."
TAGES-ANZEIGER

„Die Schriftstellerin weiß, worauf es ankommt: das Normale staunend schildern. Tatsächlich haben wir die Wirklichkeit noch nie so gesehen, wie Judith Kuckart sie beschreibt."
HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

„Ein literarisches und zeithistographisches Musterstück von einem Roman."
DIE WELT

„Der Leser sagt ja zu der Imaginationskraft, dem szenischen Erfindungsreichtum. Ja zu der schneidenden Empathie, mit der Kuckart das Mysterium des Gewöhnlichen, den Normalfall Mensch sondiert. … Ein spannender Psychokrimi unserer Verhältnisse, mit einer zwischen Pathos und Ironie flirrenden, elektrisch geladenen Sprache. Unbedingt lesen!"
DIE ZEIT

„Brüchige Karrieren wie Geschichte, mit Feingefühl und leichter Hand skizziert."
FOCUS

„Kaiserstraße ist Judith Kuckarts fünfter, wohl auch bester Roman – Fünfzig Jahre deutscher Geschichte, an wenigen Figuren eindringlich, schön und auch traurig abzulesen."
FRANKFURTER RUNDSCHAU

Judith Kuckart

Judith Kuckart, geboren 1959 in Schwelm (Westfalen), lebt als Autorin und Regisseurin in Berlin und Zürich. Sie veröffentlichte bei DuMont den Roman ›Lenas Liebe‹ (2002), der 2012 verfilmt wurde, den Erzählband ›Die Autorenwitwe‹ (2003), die Neuausgabe ihres Romans ›Der Bibliothekar‹ (2004) sowie die Romane ›Kaiserstraße‹ (2006) und ›Die Verdächtige‹ (2008). Ihr Roman ›Wünsche‹ (2013) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Judith Kuckart wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis (2012). Auszeichnungen (Auswahl) Margarete-Schrader-Preis für Literatur der Universität Paderborn, 2006 (Laudatio von Norbert Otto Eke) Deutscher Kritikerpreis, 2004 Deutsche Akademie, Villa Massimo, Rom, 1997/1998 Weitere Veröffentlichungen (Auswahl) Der Bibliothekar. Roman. Gatza bei Eichborn, 1998 Die schöne Frau. Roman. S. Fischer, 1994 Wahl der Waffen. Roman. S. Fischer, 1990 Im Spiegel der Bäche finde ich mein Bild nicht mehr. Gratwanderung einer anderen Ästhetik der Dichterin Else Lasker-Schüler. Essays. S. Fischer 1985 Beiträge in Anthologien (Auswahl) Hundetagebuch. In: Geschichten für Kinder. Hrsg. Rufus Beck, Rowohlt Berlin, 2006 Was habe ich eigentlich? In: Es schneit in meinem Kopf. Erzählungen über Alzheimer und Demenz. Hrsg. Klara Obermüller, Nagel & Kimche, Zürich 2006 Theaterstücke Blaubart wartet. Ein Stück für sechs Zimmer, fünf Frauen und einen Opernsänger S. Fischer Verlag Theater & Medien. Uraufführung im Rahmen der Berliner Festspiele im Hotel Bogota, Berlin 2002 Melancholie 1 oder die zwei Schwestern S. Fischer Verlag Theater & Medien. Uraufführung Berlin Ensemble 1996 Last Minute Fräulein Dagny S. Fischer Verlag Theater & Medien. Uraufführung Freie Kammerspiele Magdeburg/LTT Tübingen 1995 Hörspiele Krimisommer mit Kommissar Maigret SFB-ORB/MDR/SWR/steinbach sprechende bücher, 2003 Mit: Christian Berkel, Friedhelm Ptok, Christian Brückner u.a. Funkeinrichtung und Regie für neun Kriminalromane von Georges Simenon Sätze mit Datum Hörspiel SWR, 2000 Mit: Anne Tismer Regie: Hans Gerd Krogmann Melancholie 1 oder die zwei Schwestern Hörspiel nach dem gleichnamigen Theaterstück. SFB/ORB 1998 Mit: Werner Wölbern, Corinna Kirchhoff, Jenny Gröllmann, Gisela Uhlen, Irm Hermann, u.a. Regie: Barbara Plensat Stimmen unterwegs oder Wer dreimal die gleiche Bar betritt hat ein Zuhause im Stehen Hörspiel SWR 2 2008 Mit: Astrid Meyerfeld Regie: Ulrich Lampen