Der Koch, der nicht ganz richtig war

Martin Kluger

Der Koch, der nicht ganz richtig war

Geschichten

147 Seiten Erscheinungstag: 30.08.2006
ISBN 978-3-8321-7853-6

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„Wer sich in Klugers aberwitzigen Kosmos locken lässt, wird gefangen sein von den unglaublichen Geschichten, die in bis in seine Träume verfolgen." DIE WELT

Liebe, Sehnsucht und Melancholie sind die Fäden, aus denen Martin Klugers hochgestimmte Erzählungen gewoben sind: Ein wunderlicher Koch verliebt sich unsterblich in eine Krankenschwester, die jeden Morgen zu ihrer Arbeitsstelle schwimmt. Um sie zu gewinnen, kocht er sich die Seele aus dem Leib. Ein ferner Onkel wird schwermütig, „er studierte das Fach Sehnsucht, reduzierte es auf das Wesentliche, die Sucht, und verspielte, was ihm unter seine schönen schlanken Finger kam, Jahresgehälter, Tageslöhne, Portokassen."

Zwischen Litauen, Uruguay und Berlin-Steglitz erschafft Martin Kluger eine strahlend schöne, strahlend traurige Welt. Seine Geschichten sind Erinnerungen, farbenfrohe Denkmäler für das zwanzigste Jahrhundert und den Nachhall seiner Katastrophen. Wir betreten eine untergegangene Epoche, die bevölkert ist von Feuerspuckerinnen, Frauenärzten, Frisören und „meinen Leutchen" aus dem europäischen Osten. Es sind wilde Geschichten, die die Zerrissenheit eines ganzen Jahrhunderts enthalten – jede dieser eigenwilligen Figuren zieht einen Schweif aus Vergangenheit hinter sich her. Weltumspannend, hymnisch und reich führen Martin Klugers Erzählungen ihre Herkunft vor: aus verschiedenen Ländern und Sprachen, von der Flucht und aus dem Exil. Mit Wehmut und Witz fabuliert Martin Kluger im Ton chassidischer Märchenerzähler aus einer Zeit, die immerzu zwischen den Kriegen steckt.

Stimmen zum Buch

„Klugers Texte sind reich, nicht nur welthaltig (…), und sprachverliebt, rhythmisch, verspielt, man möchte sie laut lesen oder vorgelesen bekommen; sie haben einen Drive, nehmen Fahrt auf, galoppieren und stolzieren mal wieder, brillieren und alliterieren (…). Diese Erzählungen glimmen und glitzern.“
FRANKFURTER RUNDSCHAU

„Wie er da die Bälle hochwirft, dieser Jongleur, wie er mit den hochgejazzten Bildungsklunkern und Geschichtsbrocken, Geografiepuzzleteilchen, Fetzen fremder Sprachen und Menschenseufzern brilliert, uns schon in der ersten Geschichte Hunderte dahinter verborgene Geschichten verweigert, da möchte man fast ärgerlich werden als mitfühlender Leser. Aber dann hat er uns auch schon am Haken, verführt uns in eine ganz eigene Welt aus alten, beinahe zu Grabe getragenen Werten, macht uns stumm vor glühenden Bildern im Goldrand (…).“
DIE ZEIT

„Wer in Klugers Welt zwischen Litauen, Uruguay und Berlin-Steglitz eintaucht, wird mit einer der schönsten, traurigen Liebesgeschichten belohnt.“
WIRTSCHAFTSWOCHE

„Einmal mehr erweist sich Kluger als exzellenter Geschichtenerzähler, ein Fabulierer des Fantastischen, dessen erzählerischer Erfindungsgeist keine Grenzen zu kennen scheint.“
KÖLNER STADTANZEIGER

Martin Kluger

Martin Kluger wurde 1948 in Berlin geboren und lebt dort. Er studierte Anglistik und Linguistik und arbeitete als Werbetexter und literarischer Übersetzer (u. a. Malcolm Lowry, Donald Barthelme, John Fowles, Iris Murdoch, Aharon Appelfeld). Außerdem schreibt er Drehbücher für Film und Fernsehen. 1998 veröffentlichte er den Roman ›Die Verscheuchte‹, bei DuMont erschienen der Erzählungsband ›Der Koch, der nicht ganz richtig war‹ (2006) sowie seine Romane ›Abwesende Tiere‹ (2002), ›Die Gehilfin‹ (2006) und ›Der Vogel, der spazieren ging‹ (2008). Martin Kluger wurde 2008 mit dem Bremer Literaturpreis und dem Candide-Preis der Stadt Minden ausgezeichnet.