Der böse Mensch

Lorenz Just

Der böse Mensch

Erzählungen

176 Seiten
Erscheinungstag: 08.11.2017
ISBN 978-3-8321-8971-6

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Ein Warlord in der Badewanne

Was ist das Böse? Gibt es das überhaupt? Ist der Begriff antiquiert, aufgelöst durch Feindifferenzierungen, oder gewinnt er wieder an Aktualität angesichts unserer Sprachlosigkeit so vielem gegenüber? Lorenz Just macht sich in seinen Geschichten auf die Suche. Nicht nach klaren Antworten, sondern nach Figurationen des Phänomens. Er nähert sich Personen, ihren Biografien, ihrem Umfeld – Geschichten, Räumen, Menschen, die alle auf irgendeine Weise mit dem kontaminiert sind, was man als »böse« bezeichnen könnte. Die Schuld auf sich geladen haben oder sich schuldig machen, indem sie tun, was sie tun, denken, was sie denken, sagen, was sie sagen. Die Gestalten reichen von einem Mann, der in der Badewanne über sein Leben sinniert und sich als ehemaliger Warlord entpuppt, bis zu sympathischen älteren Bibliotheksbesuchern, die plötzlich ungeahnte Abgründe offenbaren.
Just macht sichtbar, ohne zu werten – und beschwört das Böse als ebenso mächtige wie ambivalente Kategorie herauf. ›Der böse Mensch‹ ist auch ein Buch über die Gegenwart der Erinnerung, das Fortleben vergangener Grausamkeiten in uns allen – und über unterschiedliche Strategien, mit etwas zu leben, wofür es keine Absolution gibt.

»Kühne Poesie und gedankliche Präzision – eine neue, unverwechselbare Stimme spricht aus den Erzählungen von Lorenz Just.« Lutz Seiler

»Ganz deutlich erinnere ich mich an die kalten Januarnächte, in denen ich dieses Buch zum ersten Mal las, an Visionen, Gebäude und Skizzen, an furchtbare und elysische Landschaften, einen Sturz durch die Himmel.« Dorothee Elmiger

Stimmen zum Buch

»Lorenz Just erzählt klar, kalt und unpathetisch. Die Vergangenheit lässt er häufig offen, taucht sie ins Zwielicht, um den erzählten Augenblick umso stärker zu inszenieren.«
Christoph Schröder, DEUTSCHLANDFUNK BÜCHERMARKT

»[Lorenz Just] sucht in seinen Erzählungen nach den zahlreichen Facetten, die das Böse haben kann. Oft schlummert es unter der Oberfläche, bricht nur ab und zu hervor […]. Es wabert im Wahn ebenso wie im scheinbar normalen Alltag […].«
Antje Weber, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Ein böser Mensch, das sagt sich so schnell dahin. Aber was ist das Böse denn überhaupt? […] Lorenz Just hat sich – ohne zu werten – auf die Suche begeben, in den 16 Kurzgeschichten seines Prosadebüts.«
Robert Matthies, TAZ

»Ein Stück große Literatur.«
Jerome Jaminet, SWR 2

»Der Mann schreibt wirklich unglaublich dicht in einer brillanten Sprache mit starken Bildern. […] Einen Roman würde ich von Lorenz Just auf jeden Fall auch bald gern lesen.«
Marion Brasch, RBB RADIO EINS

»Ohne zu urteilen zeigt Just in sprachlich meisterhaften Geschichten die schreckliche Ambivalenz des ›Bösen‹ in unserer Zeit.«
Theresa Hübner, WDR 5

»Ein Buch zum Nachdenken, eins auf das man sich einlassen muss, das viele Fragen aufwirft, auch welche, auf die es vielleicht gar keine Antworten gibt.«
Mona Ameziane, 1LIVE KLUBBING

»Lorenz Just macht sichtbar, ohne zu werten – und beschwört das Böse als ebenso mächtige wie ambivalente Kategorie herauf.«
POTSDAMER NEUESTE NACHRICHTEN

»In seinen Erzählungen blickt [Lorenz Just] hinter die Fassaden des Durchtschnittsdeutschen, des Geflüchteten, des Künstlers oder des Vaters. Er nähert sich deren Biografien, sozialen Kontexten und emotionalen Beweggründen an.«
Theresia Lutz, MEPHISTO

»Lorenz Just schreibt sehr, sehr dicht, findet oft unglaublich starke Bilder. […] Man ist auf sich zurückgeworfen auf die Suche nach den eigenen moralischen Mustern.«
Julia Riedhammer, RBB Kultur

»Sein Erzählband heißt schlicht: ›Der Böse Mensch‹. Ein Titel, der wie ein Blaulicht über dem Buch und jeder Geschichte leuchtet: Wer oder was mag hier wohl böse sein? Das fragt man sich als Leser immer wieder neu und oft ist es dabei auf den ersten Blick anders als gedacht.«
Nadine Kreuzahler, RBB Info

»Was ist das Böse? Ist der Begriff antiquiert, aufgelöst durch Feindifferenzierungen, oder besinnen wir uns wieder auf ihn, angesichts des zunehmenden alltäglichen Schreckens? Lorenz Just geht in seinem Erzählungsband auf literarische Spurensuche.«
Manuela Reichart, WDR 3 GUTENBERGS WELT

»Lorenz Just ist ein Autor, der ohne Zweifel über glänzende Ressourcen verfügt, über ein Talent, mit Sprache umzugehen und über die Fähigkeit zur gedanklichen Durchdringung von Themen, die gesellschaftliche Brisanz haben und die er auf ungewöhnliche Weise betrachtet.«
Gudrun Braunsperger, Ö1/ORF

»Die Figuration des bösen Menschen in seiner kleinen Umgebung, die Beschreibung der umgebenden Szenerien, das sind die Stärken des Erzählbandes von Lorenz Just. […] Zurück bleibt ein Unwohlsein und ein Nachdenken, radikal und distanziert.«
Alexander Kühn, MDR KULTUR

»Seine Texte schillern durch ihre mal helle und zarte, mal düstere und harte Sprache.«
Uli Kreikebaum, KSTA

»[…] eine Diagnose, die das latente Böse in unserem Dasein spiegelt. Sprache spielt dabei eine erhebliche Rolle und mit Sprache kann Lorenz Just bestens umgehen.«
Guy Helminger, LUXEMBURGER TAGEBLATT

»Der Titel zwingt dazu, ständig an ihn zu denken.[…] Die Bilder stimmen.«
Jamal Tuschick, DER FREITAG

»Wie mit Erinnerungen umgehen? Wie mit Schuld? Immer wieder fordert Lorenz Just seine Leser heraus: was würdet ihr tun? Und wer oder was ist hier eigentlich böse? Eindeutige Antworten gibt es nicht und das macht die Erzählungen so spannend.«
Ronald Galenza, RADIO FRITZ

»Der Leser wird schier irre beim Grübeln über die Kategorien Gut und Böse, Sein und Schein: ob es die Wanderung durch ein Inferno wie in Hieronymus Boschs Bilderwelt ist; ob es der Brief eines Vaters an sein abgetriebenes Kind ist, das er im Nachhinein zur Lichtgestalt verklärt; oder der Verdacht des Elternmordes, der auf zwei Brüder fällt.«
Martina Wehlte, DIE RHEINPFALZ

»Diese berauschende Vielfalt der Stimmen erzeugt ein überwältigendes Panorama einfühlsamer und authentischer Begebenheiten.«
Linn Penelope Micklitz, KREUZER

»Just drängt dem Leser an keiner Stelle etwas auf, ist weder lärmig noch marktschreierisch. Stattdessen bildet seine Literatur den Resonanzraum, in dem der Leser mit sich selbst konfrontiert wird.«
Gerrit ter Horst, ZEILENSPRUENGE.DE

»Dieses Buch verspricht Gänsehautfeeling. Schlimmer, als jeder Krimi, geht es hier um das reale Leben, um menschliche Abgründe, das sogenannte Böse im Menschen, dem man sich jeden Tag in irgendeiner Form im Leben stellt.«
Barbare Ghaffari, BOOKREVIEWS.AT

»In (Markt-)Zeiten, in denen der gähnend-gängige 220-seitige Roman mit seiner leicht kaubaren Zeitgenossenschaft Erfolge feiert, ist es gewagt, sich als Debütant für Erzählungen zu entscheiden. Mit ›Der böse Mensch‹ geht der 1983 geborene Lorenz Just dennoch diesen Weg.«
Samuel Hamen, 54BOOKS.DE

»Ich fühlte mich wirklich irgendwie abgeholt, mitgenommen und begleitet. Jede einzelne Erzählung löste in mir weitere Gedankengänge und Ideen aus und war präzise und klar formuliert. Mit einer sehr großen Liebe zu poetischen Worten und einer ganz eigenen Sprache.«
Janine Binder, JETZTKOCHTSIE.COM

Lorenz Just

Lorenz Just, geboren 1983, studierte Islamwissenschaft in Halle an der Saale. Während seines Studiums verbrachte er längere Zeit in Ägypten sowie im Libanon am Orient-Institut in Beirut, er bereiste den Jemen, Syrien und den Iran. Von 2011 bis 2015 war er Student am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, 2014 Finalist beim MDR-Literaturwettbewerb. 2015 erschien sein Jugendbuch ›Mohammed. Das unbekannte Leben des Propheten‹ (Gabriel Verlag). ›Der böse Mensch‹ ist sein literarisches Debüt. Er lebt in Hannover.