Der böse Mensch

Lorenz Just

Der böse Mensch

Erzählungen

150 Seiten
Erscheinungstag: 08.11.2017
ISBN 978-3-8321-8971-6

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Ein Warlord in der Badewanne

Was ist das Böse? Gibt es das überhaupt? Ist der Begriff antiquiert, aufgelöst durch Feindifferenzierungen, oder gewinnt er wieder an Aktualität angesichts unserer Sprachlosigkeit so vielem gegenüber? Lorenz Just macht sich in seinen Geschichten auf die Suche. Nicht nach klaren Antworten, sondern nach Figurationen des Phänomens. Er nähert sich Personen, ihren Biografien, ihrem Umfeld – Geschichten, Räumen, Menschen, die alle auf irgendeine Weise mit dem kontaminiert sind, was man als »böse« bezeichnen könnte. Die Schuld auf sich geladen haben oder sich schuldig machen, indem sie tun, was sie tun, denken, was sie denken, sagen, was sie sagen. Die Gestalten reichen von einem Mann, der in der Badewanne über sein Leben sinniert und sich als ehemaliger Warlord entpuppt, bis zu sympathischen älteren Bibliotheksbesuchern, die plötzlich ungeahnte Abgründe offenbaren.
Just macht sichtbar, ohne zu werten – und beschwört das Böse als ebenso mächtige wie ambivalente Kategorie herauf. ›Der böse Mensch‹ ist auch ein Buch über die Gegenwart der Erinnerung, das Fortleben vergangener Grausamkeiten in uns allen – und über unterschiedliche Strategien, mit etwas zu leben, wofür es keine Absolution gibt.

»Kühne Poesie und gedankliche Präzision – eine neue, unverwechselbare Stimme spricht aus den Erzählungen von Lorenz Just.« Lutz Seiler

»Ganz deutlich erinnere ich mich an die kalten Januarnächte, in denen ich dieses Buch zum ersten Mal las, an Visionen, Gebäude und Skizzen, an furchtbare und elysische Landschaften, einen Sturz durch die Himmel.« Dorothee Elmiger

Stimmen zum Buch

»Lorenz Just schreibt sehr, sehr dicht, findet oft unglaublich starke Bilder. […] Man ist auf sich zurückgeworfen auf die Suche nach den eigenen moralischen Mustern.«
Julia Riedhammer, RBB Kultur

»Sein Erzählband heißt schlicht: ›Der Böse Mensch‹. Ein Titel, der wie ein Blaulicht über dem Buch und jeder Geschichte leuchtet: Wer oder was mag hier wohl böse sein? Das fragt man sich als Leser immer wieder neu und oft ist es dabei auf den ersten Blick anders als gedacht.«
Nadine Kreuzahler, RBB Info

»Was ist das Böse? Ist der Begriff antiquiert, aufgelöst durch Feindifferenzierungen, oder besinnen wir uns wieder auf ihn, angesichts des zunehmenden alltäglichen Schreckens? Lorenz Just geht in seinem Erzählungsband auf literarische Spurensuche.«
Manuela Reichart, WDR 3 GUTENBERGS WELT

»Der vermeintlich schwarz-weiß- malerische Begriff ›böse‹ bekommt neue Dimensionen.«
TAGESSPIEGEL

»Der Titel zwingt dazu, ständig an ihn zu denken.[…] Die Bilder stimmen.«
Jamal Tuschick, DER FREITAG

»Wie mit Erinnerungen umgehen? Wie mit Schuld? Immer wieder fordert Lorenz Just seine Leser heraus: was würdet ihr tun? Und wer oder was ist hier eigentlich böse? Eindeutige Antworten gibt es nicht und das macht die Erzählungen so spannend.«
Ronald Galenza, RADIO FRITZ

»Just drängt dem Leser an keiner Stelle etwas auf, ist weder lärmig noch marktschreierisch. Stattdessen bildet seine Literatur den Resonanzraum, in dem der Leser mit sich selbst konfrontiert wird.«
Gerrit ter Horst, ZEILENSPRUENGE.DE

Lorenz Just

Lorenz Just, geboren 1983, studierte Islamwissenschaft in Halle an der Saale. Während seines Studiums verbrachte er längere Zeit in Ägypten sowie im Libanon am Orient-Institut in Beirut, er bereiste den Jemen, Syrien und den Iran. Von 2011 bis 2015 war er Student am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, 2014 Finalist beim MDR-Literaturwettbewerb. 2015 erschien sein Jugendbuch ›Mohammed. Das unbekannte Leben des Propheten‹ (Gabriel Verlag). ›Der böse Mensch‹ ist sein literarisches Debüt. Er lebt in Hannover.