Sex in Venedig, Tod in Varanasi

Geoff Dyer

Sex in Venedig, Tod in Varanasi

Roman

350 Seiten, Originalverlag: Canongate, 2009, Originaltitel: Jeff in Venice, Death in Varanasi
Erscheinungstag: 16.08.2012
ISBN 978-3-8321-9648-6

Übersetzung: Matthias Müller iMatthias Müller, geboren 1950, übersetzte u.a. John Cheever, Don DeLillo, Colum McCann, Rohinton Mistry und Amitav Ghosh. Seit 1997 lebt er in Amsterdam.

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»Eine Pflichtlektüre!« William Boyd

Venedig. Der ausgebrannte Journalist Jeff soll von der Biennale berichten. Obwohl er die Kunstwelt verachtet, stürzt er sich ins Partyleben rund um die Messe und trifft auf Laura, die ihn in ihren Bann schlägt.
Er weiß, er muss sie wiedersehen, doch sie will auf den Zufall setzen: Trifft man sich wieder, ist es Schicksal – wenn nicht, soll es auch so sein. Jeff fügt sich. Ab jetzt folgt er einem Schemen – bis sie sich wiedersehen und es kein Halten mehr gibt.
Varanasi. Eine Reportage hat den Erzähler hergeführt. Wer hier stirbt, soll das Rad der ewigen Wiederkehr verlassen können. Er sieht brennende Leichen am Ufer des Ganges, trifft auf Aussteiger und Straßenkinder, Götter und Gottverlassene, ist abgestoßen und fasziniert. Die Stadt verschlingt ihn, der Trip nach Varanasi wird zur Reise ins Ich. Und schließlich wird der Narr zum Weisen. Oder der Weise zum Narren.
Mit diesem grandiosen Spagat zwischen zwei großen mythenbeladenen Orten aus West und Ost zeigt Geoff Dyer, warum er in seiner Heimat zum Kulturerbe zählt. Mit Witz, einmaliger Beobachtungsgabe und dem absoluten Gehör für funkensprühende Dialoge gesegnet, setzt er seine Figuren dem Geist des Ortes aus, bis sie merken: Wohin man auch geht, eins hat man immer im Gepäck – sich selbst.
Ein brillanter Autor, zwei Orte voller unvorhergesehener Erlebnisse und ein Buch, wie es noch nie da gewesen ist.

»Sehr lustig, voller Mut, so verzehrend wie wohlschmeckend. Sie werden Venedig danach mit anderen Augen sehen!« Michael Ondaatje

Stimmen zum Buch

„Diese Doppelgeschichte von der Selbstauflösung eines unglücklichen Mannes (oder sind es zwei?) ist eine intelligente Einladung zu einem literarischen Suchspiel, vor allem aber ein reichlich energiegeladener, exzessiver Roman.“
WDR 5 LITERATURMAGAZIN

„Ein brillanter Autor, zwei Orte voller unvorhergesehener Erlebnisse und ein Buch, wie es noch nie da gewesen ist.
BUCH-MAGAZIN

„Das neue Buch des britischen Schriftstellers Geoff Dyer ist ein faszinierendes „all-in-one“: Reisebericht, fulminante Beschreibung der globalen Event-Gesellschaft und philosophische Reflexion, dazu noch eine Kritik des Kunstmarkts und eine kurze Einführung in die indische Musik. Dargeboten wird all das in einem unterhaltsamen, witzigen Ton, der selbst den Zynismus des Protagonisten – Tarnkappe der Traurigkeit – erträglich macht.“
KÖLNER STADT-ANZEIGER

„Das Buch mit seinen zwei Teilen ist das wahrscheinlich witzigste, das diesen Herbst erscheint. Zugleich ist es abgrundtief traurig, (…) die Brillanz seiner Komposition erinnert an den Aufbau eines Jazzstücks.“
BERLINER MORGENPOST

„Denn das Buch mit seinen zwei Titeln ist das wahrscheinlich witzigste, das diesen Herbst erscheint. Zugleich ist es abgrundtief traurig.“
WELT KOMPAKT

„Dyer gelingt es wunderbar, Thomas Manns Venedig-Novelle einzubauen und im Originaltitel „Jeff in Venice“ abzuwandeln. Er lässt immer wieder Referenzbilder aufscheinen und gibt der Geschichte doch etwas Leichtes. […] Dyers ironische Distanz, seine bitterlustigen Beobachtungen und genauen Figurenporträts man britisch nennen; sie sind vor allem lebensklug.“
PFÄLZISCHER MERKUR / SAARBRÜCKER ZEITUNG

„Dyer trifft mit jedem Satz ins Schwarze, seine Bücher machen süchtig.“
FRANKFURTER RUNDSCHAU

„Faszinierend vereint Dyers Erzählstil zwei gegensätzliche Welten.“
SONNTAGSZEITUNG

„Der Roman begleitet zwei Menschen an zwei große, mit Mythen beladene Orte, sie wagen die Reise zum eigenen Ich. Und sie finden das, was sie im Gepäck haben – sich selbst.“
SCHWERINER VOLKSZEITUNG

„Zu fesseln vermag auch dieser Roman, der gerade in seiner konsequenten Verweigerung einer „Message“ unterhält, irritiert, fasziniert und berührt.“
DIE PRESSE

„Das Episodenhafte Nach- und Nebeneinander-Erzählen, mithin der Verzicht auf einen großen Spannungsbogen ist explizites Programm, eine Art dramaturgischer Mimesis des Lebens. In der Art und Weise, wie die disparaten Teile aufeinander reagieren, liegt der besondere Reiz dieses lesenswerten und ungewöhnlichen Romans.“
MÜNCHNER FEUILLETON

„Mit Geoff Dyer kann man die Welt entdecken. Immer wieder etwas anders.“
FRANKFURTER RUNDSCHAU

„Jedes Apercu und jede Gemeinheit ein Volltreffer. […] Es ist ein intellektuelles Vergnügen Geoff Dyer zu lesen. Seine Gelehrsamkeit ist nicht aufdringlich, festigt aber den Untergrund auch seines fiktiven Schreibens. Und es ist ein sinnliches Vergnügen Geoff Dyer zu lesen. Er ist präzise bei Farben, Gerüchen, Geräuschen.“
FRANKFURTER RUNDSCHAU

„Ein großartiger Erzähler.“
OBERHESSISCHE PRESSE

„Der Varanasi-Teil mutet auf den ersten Blick literarisch stärker an, was nicht zuletzt an den erfrischend unkonventionellen Bildern liegt, mit denen Dyer seinen Ich-Erzähler aus dem Blickwinkel des staunenden Westlers und in Form tagebuchartiger Momentaufnahmen auf Indien blicken lässt. Doch beide Novellen sind gleichermaßen kunstvoll gewoben – und bei aller gewollten Sprunghaftigkeit von einer gegenseitigen Durchlässigkeit, die sich erst mit Ende der Lektüre in ihrer ganzen Vielschichtigkeit offenbart.“
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

Geoff Dyer

GEOFF DYER ist der Autor mehrerer preisgekrönter Romane und Sachbücher, darunter die viel gerühmte Jazz-Studie ›But Beautiful‹. Zuletzt erschienen ›Zona‹, eine Verneigung vor Andrej Tarkowskij, und ›Another Great Day at Sea‹ über seinen Aufenthalt auf dem Flugzeugträger USS George H. W. Bush. Der u. a. mit dem Lannan Literary Award, dem E. M. Forster Award und dem Windham Campbell Prize for Nonfiction ausgezeichnete Schriftsteller lebt zurzeit in Los Angeles. ›Aus schierer Wut‹ erscheint erstmals in deutscher Übersetzung.